MARC REDEKER
Ich kenne die Schleife. Von innen.
Mein Name ist Marc Redeker. Ich bin Ernährungsberater – aber nicht, weil ich schon immer wusste, wie es geht. Sondern weil ich vier Jahrzehnte lang selbst erlebt habe, wie es ist, wenn es nicht geht.
Vierzig Jahre in der Schleife
Meine Geschichte, mein Weg.
Ich war noch in der Grundschule, als mein Gewicht anfing, mein Leben zu bestimmen. Hänseleien auf dem Schulhof. Scham im Schwimmunterricht – so groß, dass ich über Jahre Verletzungen und Krankheiten erfunden habe, um nicht ins Wasser zu müssen. In der fünften oder sechsten Klasse rutschte ich zum ersten Mal in das „Ab morgen“-Muster, das mich Jahrzehnte begleiten sollte: unter der Woche fast nichts essen, dann heimlich das Taschengeld am Kiosk ausgeben – und schwören: Ab morgen höre ich auf.
Zu Hause war das Verhältnis zum Essen nicht weniger widersprüchlich: immer wiederkehrende Diätversuche im Elternhaus – und gleichzeitig am Wochenende gemischte Tüten von der Bude vor dem Fernseher, im Sommer stark gezuckerter Früchtequark und statt Wasser immer Limonade. Kommentare über mein Gewicht gab es trotzdem – auch in der Familie, nicht nur auf dem Schulhof. Und mit meinem Vater trank ich nachts heimlich Kakao in der Küche, damit meine Mutter es nicht mitbekam. Heute weiß ich genau, warum sich süßer Geschmack für mich bis heute nach Trost anfühlt. Solche Verknüpfungen entstehen früh – und keine Diät der Welt löst sie auf.
Abnehmen konnte ich. Immer.
Aus der Schleife ausbrechen.
Als junger Erwachsener, während meiner Ausbildung zum Versicherungsfachmann, wurde ich so schwer wie nie. Dann kam Weight Watchers – und ich nahm deutlich ab. Die Leute sprachen mich darauf an. Ich dachte: Jetzt habe ich es verstanden. Jetzt weiß ich, wie es geht.
Letztendlich habe ich Weight Watchers insgesamt viermal gemacht. Offensichtlich wusste ich nur, wie Weight Watchers geht – aber nicht, wie Ernährung funktioniert. Weitere Erfahrungen machte ich mit Low Carb mit Cheat Day, Intervallfasten per App, Kalorienzähl-Apps und Abnehm-Shakes. Quelltabletten aus der Apotheke gab es auch. Sogar Akupunktur gegen Hunger. Ich habe alles versucht – wirklich alles. Und das meiste hat auch funktioniert! Eine Zeit lang.
Genau das ist der Punkt: Abnehmen war nie mein Problem. Ich habe es viele Male geschafft. Mein Problem war das Danach. Jedes Mal dachte ich: Jetzt weiß ich, wie es geht. Und jedes Mal holten mich dieselben Muster wieder ein – der Stress, das Alles-oder-nichts, das „ab Montag wieder richtig“. Vom achtjährigen Jungen bis zum Mann Anfang vierzig war ich in der Schleife gefangen. Und obwohl mein gesamtes Selbstwertgefühl in dieser Zeit an meiner Figur ausgerichtet war, bin ich doch immer wieder am selben Punkt gelandet.
Während der Corona-Lockdowns drehte die Schleife eine letzte Runde: Kurz zuvor hatte ich – angestoßen durch einen Freund – wieder ernsthaft mit dem Training begonnen. Dann machten die Studios zu, Freizeit fiel weg, und übrig blieben Lieferdienst und guter Wein.
Der Wendepunkt war keine Diät
Warum nehme ich immer wieder zu, obwohl ich doch weiß, wie es geht?
Wendepunkte hatte ich viele: ein Foto, auf dem ich mich nicht wiedererkannte. Ein Schwimmbadbesuch, nach dem ich mir schwor: ab morgen. Sie alle führten zur nächsten Diät – und die nächste Diät zurück in die Schleife.
Was am Ende wirklich etwas verändert hat, war keine Diät, sondern eine Frage: Warum nehme ich immer wieder zu, obwohl ich doch weiß, wie es geht?
2020 startete ich mit meiner Familie ein Experiment: einen Monat vegan und in Bio-Qualität essen. Aus dem Monat wurde ein Interesse, aus dem Interesse wurden Dokumentationen, dann Bücher, Studien – und schließlich eine zweijährige Ausbildung zum veganen Ernährungsberater, abgeschlossen mit der Note 1,1. Es folgten weitere Aus- und Fortbildungen mit Zertifikaten und Lizenzen (siehe Zertifikate & Ausbildungen), dazu ab Anfang 2022 anderthalb Jahre Zusammenarbeit mit einem Personal Trainer mit ProfiBodybuilding-Erfahrung. Ich trainierte zum ersten Mal in meinem Leben dauerhaft konsequent, in Kombination mit einem Ernährungscoaching – und nahm kontinuierlich ab.
Und trotzdem: Selbst dort, mit Fachwissen und professioneller Begleitung, merkte ich, wie alte Muster ansprangen, sobald auf einen Cheat Day die verschärfte Einschränkung und eine noch größere Kalorienrestriktion folgte. Das war der Aha-Moment, der alles verändert hat: Mir hat nie Wissen gefehlt. Mir hat auch nie Disziplin gefehlt – wer vier Jahrzehnte lang Diäten durchzieht, hat Disziplin zur Genüge bewiesen. Was fehlte, war ein System, das im echten Alltag funktioniert: ein Kalorienkorridor statt einer starren Zahl, die rot blinkt, wenn man 100 Kalorien drüber liegt. Daten statt Bauchgefühl. Gewohnheiten, die tragen – statt Willenskraft, die irgendwann reißt. Ein System, das nicht nur Essen und Trinken berücksichtigt, sondern auch Schlaf, Stress und Regeneration – und das versteht, wie Energieverbrauch wirklich funktioniert.
Also habe ich angefangen, genau das zu entwickeln. Über Monate, mit allem, was ich gelernt hatte – getestet an mir selbst, an Freunden und Bekannten. Daraus ist das System geworden, mit dem ich heute arbeite.
Heute
Was ihnen fehlt, ist nicht die nächste Diät.
Ich bin 48 und in der besten Form meines Lebens. Ich habe über 30 Kilo Fett abgebaut, Muskulatur aufgebaut, und mein Gewicht ist seit drei Jahren stabil. An Weihnachten nehme ich auch mal zwei, drei Kilo zu – der Unterschied ist: Heute wird daraus kein Jojo mehr.
Und das alles nicht unter Laborbedingungen. Ich führe seit 25 Jahren eine Versicherungsagentur, lebe in einer Patchwork-Familie mit drei Kindern, kümmere mich nebenbei um die Verwaltung der Selbstständigkeit meiner Frau – und gehe trotzdem mit Leidenschaft drei- bis fünfmal pro Woche zum Training. Wenn ich eines gelernt habe, dann das: Wenn du es nur schaffst, wenn du keinen Stress hast, schaffst du es nie. Wenn du es schaffst, obwohl du Stress hast, ist es von Dauer.
Heute ernähre ich mich überwiegend pflanzlich, aber undogmatisch – und genauso arbeite ich auch: ohne Verbote, ohne Ideologie, dafür mit Daten, Struktur und Geduld. Ob meine Kunden mit oder ohne tierische Produkte essen, entscheiden sie – nicht ich.
Und noch etwas hat sich verändert – für mich das Wichtigste: Ich ziehe mich heute im Schwimmbad aus, ohne darüber nachzudenken. Ich gehe in die Sauna. Ich trage Kleidung, weil sie mir gefällt – nicht, weil sie etwas kaschiert. Der Junge, der jahrelang Krankheiten erfunden hat, um nicht ins Wasser zu müssen: Den kann ich heute endlich loslassen. Dieses Gefühl von Freiheit ist unbezahlbar – und ich will, dass mehr Menschen es erleben.
Ich habe MR Nutrition Consulting gegründet, weil ich weiß, dass viele Menschen genau da stehen, wo ich stand: Sie wissen, wie man abnimmt. Sie haben es bewiesen – mehrfach. Was ihnen fehlt, ist nicht die nächste Diät. Mein Ziel ist, dass deine letzte Diät genau das bleibt: die letzte.